Einzelassessment

Die Vorteile des Einzelassessment

Das Einzelassessment beinhaltet – über die diagnostische Arbeit des Gutachters hinaus – ein intensives Gespräch mit der Testperson. Der zu analysierende Stellenbewerber wird in der Regel aufgefordert, zum Inhalt der graphologischen Analyse Stellung zu nehmen. Diskrepanzen zwischen dem Selbstbild des Bewerbers und den Aussagen des Gutachtens werden im Assessmentgespräch ausdiskutiert und die Testperson hat die Möglichkeit, bestimmte Aussagen konkret zu hinterfragen.

Als Gutachter habe ich die Chance, das von mir entworfene Bild von einem Stellenbewerber nochmals kritisch zu hinterfragen. Ich erlebe die Argumentation meines Partners ganz konkret, provoziere sein Kommunikationsgeschick beispielsweise, indem ich ihn auffordere, mir seinen künftigen Aufgabenbereich mit Blick auf die wesentlichen Punkte darzustellen.

Ich erlebe bei diesen Darstellungen die Mimik und die Gestik der Testperson, bekomme nach einem in der Regel zweistündigen Sitzungsgespräch ein authentisches, verdichtetes Bild vom Kandidaten, das in einem erweiterten Report für den zuständigen Auftraggeber dargestellt wird.

Befindet sich der Stellenbewerber in einer Krise, so wird er seinen labilen Zustand durch entsprechende Bilder in die Felder des Wartegg-Tests projizieren. Wenn die Testperson spürt, dass der Gutachter ihre problematische Verfassung durchschaut, so ist sie in den meisten Fällen motiviert, die Gründe, die beispielsweise zu seiner Verunsicherung geführt haben, offen darzustellen.

Meistens liest sich schon das graphologische Gutachten wie die Zusammenfassung eines Einzelassessments.

Manchmal ist es sinnvoll, das bestehende Grapho- und Wartegg-Gutachten durch die Analyse eines Geburtshoroskops (häufig auch Radix genannt) zu erweitern. Im konventionellen Einzelassessment wende ich diese Möglichkeit eher selten an.

Ich bin generell kein Freund von Zukunftsprognosen, habe mich in den vergangenen dreissig Jahren aber überzeugen lassen, dass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Radix – als  zusätzlicher, wichtiger Mosaikstein – einem umfassenden Verständnis des beruflichen Potenzials dienlich sein kann. Das Geburtshoroskop symbolisiert in gewisser Weise ein Kräftediagramm, sagt aber wenig über die Frage aus, wie weit es einer Person gelungen ist, ihre Anlagen in einem passenden Umfeld zu integrieren und zu fördern. Für interessierte Laien, die mehr wissen möchten, habe ich im Jahr 2004 das im Novalis-Verlag erschienene Taschenbuch „Handschrift, Horoskop und Karrierewünsche“ geschrieben. Das Buch ist im Fachhandel vergriffen, kann aber direkt unter diesem Link online bestellt werden.